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Bienenvölker
Das Bienenvolk
Das Leben der Bienenvölker
Das
Bienenvolk besteht aus einer Königin und je nach Jahreszeit aus
etwa 5000 Drohnen und ca. 20. - 80.000 Arbeitsbienen. Naturgemäß war
viele tausend Jahre der hohle Baum die ideale Bienenwohnung. Später
stellte man dicke hohle Baumteile so auf der Erde auf, dass sich Bienenvölker
einnisten konnten. Die Gewinnung von Honig und Wachs wurde dadurch einfacher.
Um die hohlen Baumteile besser unter Kontrolle zu haben, wurden diese
sog. "Klotzbeuten in der Nähe von Zeidlerwohnungen aufgestellt.
Die Imker wurden damals Zeidler genannt. So entstand aus der Wildbienen-
die Hausbienenzucht. Später wurden aus Schilf und Stroh die sogenannten "Walzen" gebunden.
In diesen Hohlkörpern fühlten sich die Bienen wohl. Inzwischen
wurden rechteckige Hohlkörper gebaut. Die Waben umgab man mit Leisten.
Solch ein "Rähmchen kann mehrmals geschleudert werden,
ohne dass der wertvolle Wabenbau zerstört wird. Bis zu diesem Zeitpunkt
wurden die Waben ausgeschnitten und der Honig ausgepresst. Honig war
bis zum Handel mit Zuckerrohr der einzige Süßstoff überhaupt.
Das Bienenwachs war als Lichtquelle sehr geschätzt. Bienen waren
recht kostbar.
Und
nun über das Leben und Treiben im Bienenvolk im einzelnen:
Nachdem nach etwa 9 Tagen der "Vorschwarm" mit der alten Königin
das Volk verlassen hat, folgt nun der Nachschwarm. Mehrere
junge Königinnen haben in den letzten 24 Stunden die Zelle, in der
sie sich vom Ei über das Maden- und Larvenstadium entwickelt haben,
ebenfalls verlassen. Sobald sich der Schwarm gesetzt hat, "tuten" die
jungen Königinnen, um sich bemerkbar zu machen. Sie sind feindliche
Schwestern und gehen sofort aufeinander los. Jede versucht, die andere
zu töten. Nur die stärkste überlebt. Sogenannte Spurbienen leiten
dann den Schwarm in die von ihnen ausgemachte Unterkunft. Der Schwarm
wird vom Imker eingefangen und in einem dafür vorgesehenen Hohlkörper
untergebracht. Bei guter Witterung fliegt die Jungkönigin innerhalb
der nächsten 5 Tage zur Begattung aus. In einer Höhe von etwa
150 - 180 Metern findet dieses auf "Drohnensammelplätzen" statt.
Die
Königin wird für ihr gesamtes Leben befruchtet. Aus befruchteten
Eiern werden Königinnen und Arbeitsbienen, aus unbefruchteten Drohnen.
Ganz gleich in welcher Unterkunft der Bienenschwarm gelandet sein sollte,
sofort werden Waben gebaut und die Königin beginnt mit der Eiablage.
Bereits noch 3 Tagen Eizeit schlüpft eine kleine Larve, die mit
Futtersaft (Muttermilch) versorgt werden muss. Nach weiteren 3 Tagen
wird diese Made schon mit einem Gemisch von Honig und Blütenstaub
(Pollen) gefüttert. Sie spinnt sich dann als Larve ein, wandelt
sich um und schlüpft am 27. Tag als fertige Biene aus ihrer Zelle.
Die ersten 2 Tage hat die junge Biene nur sich selbst und ihre Zelle
zu putzen, denn die Königin wird gleich wieder ein Ei hineinlegen
oder die Zelle wird als Lagerraum für Honig oder Blütenstaub
verwendet. Vom 3. - 6. Lebenstag versorgt die Biene ältere Brutmaden
mit Honig und Blütenstaub. Inzwischen haben sich die Futtersaftdrüsen
entwickelt. Die Biene wird nun die jüngste Brut und auch die Königin
mit Futtersaft vom 7. - 12 . Tag ihres Erdendaseins versorgen. Danach
bilden sich die Futtersaftdrüsen zurück. Es entwickeln sich
die Wachsspiegel. Vom 13. - 18. Tag gehört die Biene
zum Bautrupp. Sie schwitzt Wachs aus ihren Wachsdrüsen
und baut Waben. Vom 19. - 21. Tag ist sie Wachbiene. Sie
kontrolliert das Flugloch und lässt dabei nur die eigenen Stockbewohner
passieren - ihre Geschwister also. Bei Fremdlingen oder Räubern
macht sie notfalls von ihrem Stachel gebrauch. Am 22. Tag fliegt die
Biene endlich aus. Sie sammelt für ihr Volk Nektar, Blütenstaub,
Wasser und Kittharz (Propolis). Nach etwa 40 Tagen stirbt die Biene.
Unabhängig von Alter und Dienststellung muss jede Biene bei der
Umwandlung des Nektars (bis 75% Wassergehalt) zu Honig (mit höchstens
20% Wassergehalt.) und beim Polleneinstampfen mithelfen.
Soviel zur einzelnen Biene und nun zum Schwarm zurück:
Nach Beginn der Eiablage steigert die Königin täglich ihre
Leistung. Aus den Eiern schlüpfen nach 21 Tagen Jungbienen. Es sind
die Kinder der Königin. Die Schwarmbienen waren unfruchtbare Schwestern.
Aus den Eiern der Bienen entstehen nur Tiere männlichen Geschlechts,
also Drohnen. Innerhalb von 3 Wochen hat sich der Schwarm gut entwickelt.
Da die junge Königin zeitlebens begattet ist, wird den Drohnen im
Spätsommer (August) das Futter verweigert. Es kommt zur Drohnenschlacht.
Wintervorräte sind eingelagert, der Winter kann kommen. Nach dem
ersten Raureif sind alle nektarliefernden Blüten erfroren. Die Königin
hört auf, Eier zu legen. Die letzte Brut schlüpft. Es wird
kälter, die Bienen drängen zur Wintertraube einer Art Kugelform
zusammen, setzen Futter in Wärme um und überstehen so die kalte
Jahreszeit. Im Frühjahr lockert sich die Traube wieder. An einem
milden Tag halten sie ihren Reinigungsflug. Dabei laden sie Kot ab, den
sie in der langen Winterzeit in der Kotblase gesammelt haben. Mit zunehmenden
Nektarangebot beginnt die Königin wieder mit der Eiablage. Die Spitze
erreicht sie etwa um die Obstbaumblüte mit 3.500 bis 4.000 Eiern
innerhalb von 24 Stunden. Das ist das Mehrfache ihres Körpergewichtes!
Diese Leistung erreicht sie nur dank des Spezialfüttern mit hochwertigen
Drüsensekreten der Ammenbienen. Die Winterbienen sterben bald ab
und werden durch Jungbienen ersetzt. Der Bautrupp baut Drohnenwaben,
wenn die natürliche Vermehrung angepeilt wird. Fast
alle Zellen sind um diese Zeit mit Brut, Honig und Pollen besetzt. Bald
werden Königinnenzellen (Weiselzelle) gebaut und auch von der Königin
bestiftet. Acht Tage später kann der Vorschwarm fallen. Etwa 2/3
des Bienenvolkes verlässt mit der alten Königin ihre Wohnung.
Im alten Bienenstock schlüpfen weiter Jungbienen. Aus den Weiselzellen
schlüpfen 16 Tage nach der Eiablage Jungköniginnen, die wiederum
etwa 9 Tage nach dem Vorschwarm als erster Nachschwarm, von dem wir ausgegangen
sind, den Stock verlassen. Durch die Schwärme ist das Muttervolk
geschwächt. Der Selbsterhaltungstrieb lässt die Bienen eine
gesunde kräftige Königin aussuchen. Das Restvolk hat den Vorteil,
vorhandene Waben und Vorräte sein Eigen zu nennen. So entwickelt
sich schnell ein überwinterungsfähiges Volk.
In diesem Turnus läuft die naturgemäße Entwicklung des Bienenvolkes
ab.
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